MP3 machts kaputt – oder doch nicht?

2:55 pm Allgemein

Die wenigsten Leute wissen, dass die vor allem in Amerika verbreitete und allseits beliebte MP3 in einem kleinen grauen Labor im bayerischen München entstanden ist und vom Fraunhofer Institut entwickelt wurde, bevor die MP3 seine große Reise in die weite Welt startete.

Während Angela Merkel bei einem Besuch an der renommierten Stanford-Universität die MP3 als deutsche Technologie-Leistung stolz proklamierte, wertet Stanford-Professor Jonathan Berger diese Technik hingegen eher ab. Er meint, dass mit den komprimierten Musikdateien eine Veränderung des Klanggeschmacks einher gegangen sei.

Stanford-Prof behauptet: MP3 vermiese den Klanggeschmack

Berger hatte seine Studenten für Musik befragt, ob sie mit komprimierten Musikdateien wie MP3 zufrieden sind oder eher den vollen Hi-Fi-Sound der Musik bevorzugen würde. Das klare Ergebnis ließ den konservativen Professor erschaudern: die Zahl derer, die den Klang gepackter Musik dem unkomprimierten Audiosound vorziehen war größer als klassische Hi-Fi-Fetischisten. Daraus zieht Berger den Schluss, dass sich der Klanggeschmack einer ganzen Generation geändert habe und das Gehör durch MP3 desensibilisiert geworden wäre.

Sean Olive beweist das Gegenteil

Sean Olive bewertet die Meinung Bergers als Unsinn. Der US-Hersteller Harman International gilt als Top-Adresse für anspruchsvolle Soundsysteme und ist davon überzeugt, dass reproduzierter Sound keine Geschmacksfrage sei, sondern wissenschaftlich messbar. Aus diesem Grund und um seine These zu untermauern, lud Olive eine Schulklasse einer Highschool aus Los Angeles ein und unterzog sie ausgiebigen Tests in den Harman-Studios. Das Ergebnis: alle konnten den Unterschied zwischen unterschiedlich dicht gepackten Sounddateien erkennen – und bevorzugten die weniger komprimierten Songs.

Damit sei alles geklärt und alle Beteiligten wieder zufrieden. Fakt ist wohl, dass sich das Musikverhalten und der Klanggeschmack nicht durch komprimierte Musikdateien verändert haben, sondern schlicht und einfach von den zu laut gestellten Kopfhörern Bergers Studenten.

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